Fertigstellung der Doktorarbeit

Feinschliff der fertigen Dissertation

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Das Schreiben der Doktorarbeit ist ein langwieriger und mühsamer Prozess, der Durchhaltevermögen erfordert und einige Anstrengung bereitet. Aber auch das Fertigstellen und die letzten Bearbeitungsschritte stellen Aufgaben dar, deren Wichtigkeit und Aufwand nicht unterschätzt werden sollten. Es geht in erster Linie darum, letzte Korrekturen an der Dissertation vorzunehmen und den Gesamteindruck, den die Doktorarbeit bei Leserinnen und Lesern hinterlassen kann, so positiv wie möglich zu gestalten. Dabei gibt es einige Dinge zu beachten.

Inhalt der Doktorarbeit

Einer der wichtigsten Punkte ist die inhaltliche Überprüfung der Doktorarbeit. Die hohe Relevanz dieses Aspekts ergibt sich daraus, dass sich die Erstellung der Dissertation über mehrere Jahre erstreckt. So muss sichergestellt werden, dass sich das am Anfang der Arbeit beschriebene geplante Vorgehen vollständig in dem darauffolgenden Text wiederfindet. Die eingangs definierte(n) Forschungsfrage(n) müssen zweckdienlich beantwortet und die definierte Problemstellung zielführend bearbeitet worden sein. Die gezogenen Schlussfolgerungen und erzielten Erkenntnisse müssen plausibel und korrekt sein. Der gesamte Text musst den oft zitierten roten Faden aufweisen, der ein Verständnis der gesamten Ausführungen von Anfang bis Ende ermöglicht – auch für den im Hinblick auf die behandelte Thematik (relativ) unbedarften Leser, nicht nur für die Verfasserin bzw. den Verfasser der Arbeit.

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Rechtschreibung und Grammatik der Doktorarbeit

Ein weiterer wichtiger Aspekt neben dem Inhalt und dessen Stringenz ist die Orthografie in der Doktorarbeit. Die Rechtschreibung und Grammatik müssen in der Dissertation einwandfrei sein, da Mängel in dieser Hinsicht schnell einen Eindruck von Inkompetenz vermitteln, der sich im schlechtesten Fall (möglicherweise unterbewusst) auch auf die inhaltliche Einschätzung der Betreuerin bzw. des Betreuers erstrecken kann. Wichtig sind neben Rechtschreibung und Grammatik in diesem Zusammenhang auch eine der Doktorarbeit angemessenen Ausdrucksweise und Einheitlichkeit – etwa die durchgehende Verwendung von in der Arbeit definierten Abkürzungen und die identische Darstellung von typischen Abkürzungen. Wenn etwa das „Beispiel“ mit „Bsp.“ abgekürzt und „in der Regel“ als „i. d. R.“ verkürzt wird, dann sollte sich in dem Text auch kein einziges „Beispiel“ oder „in der Regel“ befinden.

Formatierung der Dissertationsschrift

Hinweis

Die Formatierung der Doktorarbeit kann durch die Promovendin bzw. den Promovenden in vielen Fällen individuell gestaltet werden. Jedoch sollte die gestalterische Freiheit nicht zulasten einer schlichten, gut lesbaren Formatierung gehen, die einen positiven Eindruck hinterlässt.

In Bezug auf Einheitlichkeit ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Endkontrolle zu nennen – die Formatierung der Doktorarbeit. Einige Beispiele für gestalterische Elemente, auf deren optimale Lesbarkeit gewährende und einheitliche Darstellung geachtet werden sollte, sind:

  • Seitenränder
  • Schriftart
  • Schriftgrad
  • Absatzabstände
  • Seitenzahlen
  • Beschriftungen (Abbildungen, Tabellen und Formeln)
  • Verzeichnisse (Inhalts-, Abbildungs-, Tabellen-, Formel-, Abkürzungs- und Literaturverzeichnis)

Zitation und Quellenarbeit in der Dissertation

Ein weiterer wichtiger Punkt, der im Rahmen der Fertigstellung der Doktorarbeit eine Rolle spielt, ist die Überprüfung der Korrektheit und Einheitlichkeit der gewählten Zitationsweise. So muss sich die Zitation in der Dissertationsschrift dadurch auszeichnen, dass in dem gesamten Text nur ein einziger Zitationsstil verwendet wird und alle Quellenangaben einen identischen Aufbau besitzen. Wird etwa in Fussnoten zitiert, dann dürfen im Text keinerlei Quellenangaben platziert werden, da dies einer Vermischung mehrerer Stile entsprechen würde – was einerseits einen laienhaften und unprofessionellen Eindruck macht und andererseits formell falsch ist. Auch für das Literaturverzeichnis gilt, dass alle Quellenangaben exakt gleich aufgebaut sein müssen – jede Art von Quelle weist dabei eine spezielle Struktur auf, welche wiederum von dem gewählten Zitationsstil abhängt. Einige Beispiele für typische Arten von Quellen im Literaturverzeichnis sind:

  • Monografie (Buch)
  • Beitrag in einem Sammelwerk (Buchabschnitt)
  • Artikel in einer Zeitschrift (Journal-Beitrag)
  • Konferenzprotokoll (Proceedings-Veröffentlichung)
  • Zeitungsartikel
  • Website (Onlinequelle)

Aber auch ungewöhnlichere Arten von Quellen – beispielsweise Tonaufnahmen, Patente, Berichte, Interviews – können in das Literaturverzeichnis aufgenommen werden müssen. Wichtig ist es, jede Quellenart exakt nach den Vorgaben des jeweiligen Zitationsstils aufzubauen – und das für jeden Vertreter jeder Art in dem Verzeichnis.

Noch wichtiger als alle Feinheiten in Bezug auf die Zitationsweise ist aber, dass jedes wörtliche Zitat korrekt belegt wurde und alle inhaltlichen Aussagen, die indirekt von anderen Autoren übernommen wurden, mit Quellenangaben versehen wurden. So sollte es in dem Theorieteil der Doktorarbeit – bis auf Einführungen, Erläuterungen, Randbemerkungen und Schlussworte zu einzelnen Abschnitten – keinen Absatz geben, der nicht mindestens eine Quelle an dessen Ende aufweist. Damit in Zusammenhang steht auch der nächste im Rahmen der Endbearbeitung der Dissertation relevante Punkt: die Plagiatsprüfung.

Plagiatsprüfung der Doktorarbeit

Hinweis

Im Falle eines nachweislichen Plagiats kann der Doktorin bzw. dem Doktor der Titel auch lange nach Bewertung, Verteidigung und Verleihung des Doktorgrades noch entzogen werden. Umso wichtiger ist es, Plagiate in der Doktorarbeit zu vermeiden.

Eine gründliche Plagiatsprüfung ist von besonderer Relevanz, da es hier – anders als etwa bei Rechtschreibschwächen oder Formatierungsproblemen – nicht um einen schlechten Eindruck geht, der bei Lesern der Arbeit entsteht, sondern um Konsequenzen bis hin zur Disqualifikation – sodass das Promotionsvorhaben im schlimmsten Fall also komplett gescheitert wäre. Teil des Feinschliffs der Arbeit ist daher unbedingt eine gründliche Überprüfung im Hinblick auf Plagiate und sonstige unzulässige Zitationen sowie fehlende oder fehlerhafte Quellenangaben. Ein wichtiger Teil dieser Überprüfung ist es, sämtliche Absätze auf jeder Seite im Theorieteil der Doktorarbeit durchzusehen und im Falle unvollständiger oder gar fehlender (beispielsweise vergessener) Quellenangaben diese sorgfältig nachzutragen. Neben der Möglichkeit einer manuellen Plagiatsprüfung kommt für die Plagiatsprüfung auch – ggf. ergänzend zu der manuellen Prüfung – professionelle Software, etwa PlagScan, infrage.

Hinweis

Programme wie PlagScan, Turnitin oder Urkund können dazu verwendet werden, automatisch gesamte Texte – auch sehr lange Texte – auf Plagiate prüfen zu lassen. Hierzu erfolgt ein automatisierter Vergleich mit einem sehr umfangreichen Bestand an Texten, die u. a. online verfügbar sind.

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Bedeutung der Endkontrolle und externe Unterstützung

Es ist wichtig, für diese letzten Bearbeitungsschritte der Doktorarbeit ausreichend Zeit einzuplanen, vor allem aus zwei Gründen:

  • Wenn die vorstehend erläuterten Aspekte gründlich kontrolliert und optimiert werden, trägt dies wesentlich dazu bei, dass die Dissertation aufgrund ihrer Korrektheit und Einheitlichkeit einen positiven und professionellen, im Idealfall auch fachkundigen Gesamteindruck hinterlässt. Um dies zu erreichen, sollte gründliches Arbeiten möglich sein, was einen vergleichsweise hohen Zeitaufwand mit sich bringen wird.
  • Aufgrund des hohen Umfangs, den eine Doktorarbeit im Regelfall aufweist, dauert die Endkorrektur relativ lange. Es ist anstrengend, die eigene Arbeit Korrektur zu lesen, sodass häufiger als im Schreibprozess Arbeitspausen notwendig sein können. Dies erfordert daher viel Zeit.

Das Absolvieren dieser anstrengenden, zeitaufwendigen Phase der Dissertation mag als wenig dankbare Aufgabe erscheinen, ist jedoch unvermeidbarer Teil der Fertigstellung der Doktorarbeit. Ein Teil der Arbeitslast kann durch externe Beauftragung des Lektorats der Doktorarbeit ausgelagert werden – dies ist vor allem relevant, wenn folgende Situation vorliegt:

  • Es erscheint besonders wichtig, dass eine weitere – und zwar eine professionell ausgebildete – Person die Doktorarbeit korrigiert. Dies kann beispielsweise je nach zugrunde liegendem Fachgebiet bzw. Institut, bei vergleichsweise strengen Gutachtern oder einer besonderen Relevanz des eigenen Arbeitsthemas, das voraussichtlich sehr viele Leser anspricht, der Fall sein.
  • In der Abwägung von zeitlichem und monetärem Aufwand erscheint es sinnvoller, den Zeitverlust vermeiden zu können, sodass das investierte Geld das kleinere Opfer darstellt. 

Zu berücksichtigen ist, dass auch im Falle der Beauftragung eines professionellen Lektorats der Lektorin bzw. dem Lektor ein gewisser zeitlicher Spielraum eingeräumt werden muss, um dieser Person ein gründliches Arbeiten zu ermöglichen. Der bereits erläuterte Plagiatsscan kann Teil des Leistungsumfangs sein, den der Lektoratsservice anbietet. Zudem kann – über ein reguläres Lektorat hinausgehend – auch ein Fachlektorat beauftragt werden, in dessen Rahmen verstärkt auch inhaltliche Belange eine Rolle spielen, um deren Überprüfung die Korrektur von Rechtschreibung und Grammatik ergänzt wird.

Zusammenfassung zur Fertigstellung der Doktorarbeit

Wie schon mehrfach erwähnt wurde, sind die vorstehend erläuterten Kriterien bei der Endkontrolle wichtig, um zu dem Endprodukt der fertigen Doktorarbeit zu gelangen. Zum einen geht es hierbei um einen ganz besonderen Titel, der mit der Promotion erworben werden soll. Allein schon aus diesem Grund sollte besonderen Wert auf die Optimierung der Doktorarbeit in dieser letzten Bearbeitungsphase gelegt werden.

Zum anderen ist die Doktorarbeit nicht mit einer Haus- bzw. Seminararbeit oder auch einer Abschlussarbeit wie der Bachelor- oder Masterarbeit zu vergleichen. Die Doktorarbeit erfordert mehrere Jahre Arbeit und hat in vielen Fällen eine dreistellige Seitenzahl. Deshalb unterscheidet sich die fertige Arbeit am Ende oftmals sehr von der Vorstellung, die die Promovendin bzw. der Promovend zu Beginn des Schreibprozesses von der Thematik und möglicherweise auch den Ergebnissen der eigenen Dissertation hatte. Es kommt häufig vor, dass sich Grundlagen, Voraussetzungen oder auch verfügbare Lösungsmöglichkeiten für die gewählte Problemstellung verändern, dass das geplante Vorgehen mitten im Arbeitsprozess angepasst werden muss und bestimmte Prämissen ihre Gültigkeit verlieren, etwa aufgrund des technischen Fortschrittes und neuer Entwicklungen in dem erforschten Bereich. In der Endkontrolle wird sichergestellt, dass Einführung und Theorieteil, Mittelteil und Schlussbetrachtung der Doktorarbeit tatsächlich zusammenpassen und der Text ein logisch aufgebautes, in sich geschlossenes Ganzes darstellt, welches für die Leserin bzw. den Leser nachvollziehbar ist.

Deshalb sollte die Doktorarbeit erst zu dem Zeitpunkt der Betreuerin oder dem Betreuer zur finalen Durchsicht präsentiert und nach deren bzw. dessen Rückmeldung an der Hochschule eingereicht werden, wenn sämtliche der genannten Punkte im Rahmen der Fertigstellung der Doktorarbeit in angemessener Form berücksichtigt wurden. Übersichtlich zusammengefasst sind diese Punkte die folgenden:

Übersicht

Endbearbeitung der Dissertation

  • Überprüfung des Inhalts und der Stringenz des gesamten Textes
    (Beantwortung der Forschungsfrage, roter Faden, Schlüssigkeit der Erkenntnisse)
  • Kontrolle der Rechtschreibung und Grammatik
    (Korrektur des gesamten Textes, ggf. Beauftragen von Lektorat oder Fachlektorat)
  • Optimierung der Formatierung der Doktorarbeit
    (Lesbarkeit und Professionalität sowie Einheitlichkeit der Darstellung)
  • Vereinheitlichung von Zitation und Quellenangaben
    (Überprüfen aller Zitate und Quellenangaben sowie des Quellenverzeichnisses)
  • Sicherstellen der Vermeidung von Plagiaten und/oder unzulässigen Zitationen
    (Durchführen eines Plagiatsscans und/oder einer manuellen Plagiatsprüfung)
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