Umgang mit Kritik im Studium – mit diesen Tipps lernen Sie professionell Einstecken

Haben Sie keine Angst vor Kritik, sondern lernen Sie mit Kritik umzugehen:

Das Hören von Kritik ist häufig unangenehm, speziell dann, wenn sie negativer Natur ist und eventuell nicht sonderlich charmant ausgedrückt wird. Das kann die bzw. den Kritisierten hart treffen. Sehr hilfreich ist es, wenn Sie sich vor Augen halten, dass Kritik letzten Endes lediglich die Meinung eines anderen Menschen darstellt. Dabei bildet sich eine Meinung durch verschiedene, oftmals unbekannte Umstände.

Das Studium, gleich welchen Faches, meint das wissenschaftliche Forschen und Lernen. Noch stärker originär gedacht, da es vom Lateinischen studere stammt, meint es das Streben, das sich Bemühen um etwas. Dass dies eben mit Mühen verschiedenster Natur einhergeht, wird durch den Blick auf den ursprünglichen Wortsinn klar. Die Mühen liegen in der Zeit und der Kraft, die ein Studium von einer bzw. einem Studierenden fordert. Richtig mühevoll wird es dann auch noch, wenn Kritik ins Spiel kommt.

Um an sich und den Inhalten, mit denen man sich auseinandersetzt, zu wachsen, bedarf es der Fähigkeiten Selbstreflexion und Kritikfähigkeit. Dabei ist letzteres etwas, mit dem der Mensch nur schlecht umgehen kann. Woran liegt das?

Jemand, der schlecht mit Kritik umgehen kann, neigt sicher dazu, eine Schuldzuweisung in Richtung des Kritisierenden auszusprechen. Schlussendlich formuliert dieser auch nur dessen subjektive Meinung zu etwas, was die bzw. der Kritisierte selbst subjektiv wahrnimmt. Es trifft also Subjektivität auf Subjektivität – eine schwierige Konstellation! (Qualitätsmanagerin Katharina Ströhl)

Positiver Umgang mit Kritik – ein Motivationsmotor

Dabei muss Kritik jedoch nicht immer negativ konnotiert sein, es kann auch positive Kritik geben, die Studierende motivieren kann. Insofern kann man schon sagen, dass der Modus der Mitteilung von Kritik in direktem Zusammenhang mit der Aufnahme von Kritik steht – ein Umstand, der Dozierenden bewusst sein muss, da eine hierarchische Beziehung zwischen ihnen und den Studierenden besteht. Neben Motivation soll gut formulierte Kritik zu Verbesserungen bzw. Weiterentwicklung führen. Sie soll eben nicht frustrieren, demotivieren oder sogar die bzw. den Kritisierten kränken, sodass sie bzw. er vor dem Problem kapituliert, anstatt es zu lösen.

Die Einwirkung theoretischer Wahrheiten auf das praktische Leben geschieht immer mehr durch die Kritik, als durch Lehre.

Carl Philipp Gottlieb von Clausewitz

Tipps

5 praktische Tipps zum Umgang mit Kritik

Wir geben Ihnen fünf gedankliche Hilfen an die Hand, die Ihnen dabei helfen, zum einen besser mit Kritik umzugehen und zum anderen das Durchdenken verschiedener Punkte bzw. Perspektiven zu erleichtern:

  1. Wie bereits angesprochen wurde, ist das Verhältnis von Kritisierendem und Kritisierten wichtig. Ihre Dozentin oder Ihr Dozent steht hierarchisch über Ihnen. Beachten Sie das! Zudem ist davon auszugehen, dass Ihre Dozierenden möchten, dass Sie sich weiterentwickeln und die Kompetenz der Selbstreflexion weiter ausprägen.
  2. Sie müssen entscheiden, ob Sie die vernommene Kritik von der Professorin oder dem Professor für legitim oder illegitim erachten. Der bzw. dem Kritisierten fällt es leichter, legitime Kritik anzunehmen und umzusetzen. Doch stoppen Sie nicht an dieser Stelle – denken Sie weiter darüber nach, ob das, was Sie zunächst für illegitim hielten, nicht doch auch fruchtbar von Ihnen genutzt werden könnte.
  3. Denken Sie ganz genau darüber nach, was kritisiert wird. Ist es z. B. etwas, was Sie tatsächlich falsch gemacht haben oder schwingt bei der Kritik eine persönliche Note mit?
  4. Beachten Sie nicht nur die Relation des Kritisierenden zu der bzw. dem Kritisierten, sondern versuchen Sie auch, neutral über die Persönlichkeit des Kritisierenden nachzudenken. Ist die bzw. der Kritisierende eine Pedantin bzw. ein Pedant mit Argusaugen, die. bzw. der jeden Makel aufspürt? Falls ja, können Sie selbst entscheiden, wie viel Vollkommenheit Ihnen genügt.
  5. Wenn Sie die Punkte 1 bis 4 gedanklich durchgespielt haben, konzentrieren Sie sich darauf, wie Sie am meisten von der Kritik profitieren können. Dabei hilft Ihnen eine grundlegend positive Einstellung gegenüber Kritik – eine Einstellung, die über Training erlern- und einübbar ist. Ganz gleich, ob es sich um konstruktive oder unangebrachte Kritik handelt –versuchen Sie, aus jeder Kritik etwas Positives zu ziehen. Vielleicht löste der Kritisierende einen Perspektivenwechsel bei Ihnen aus, den Sie selbst gar nicht bemerkt hatten bzw. überhaupt bemerkt hätten. Wenn Sie sich mit unangebrachter Kritik konfrontiert sahen, dann haben Sie es vielleicht geschafft, die Argumente Ihres Gegenübers auszuhebeln, konnten sich behaupten und somit gestärkt aus dieser Diskussion herausgehen.

Tipps für Kritisierende

Wenn Sie nicht die bzw. der Kritisierte, sondern die bzw. der Kritisierende sind, helfen Ihnen diese drei Tipps:

Kritik verstehen

  1. Formulieren Sie Kritik so, dass sie nicht nach Anschuldigung klingt – versuchen Sie daher, von Temporaladverbien wie ‚immer‘ Abstand zu nehmen. Denn wenn Sie ihrem Gegenüber sagen, dass er dies und das ‚immer‘ falsch mache, können Sie sich direkt auf aktive, argumentative Gegenwehr einstellen. Pauschalisierungen kommen bei Kritik nicht gut an!
  2. Versuchen Sie, ihre Kritik so objektiv wie möglich zu formulieren. Dazu ein einfacher Tipp: Stellen Sie sich vor, dass Sie, statt aktiv zu kritisieren, vielmehr Ihrem Gegenüber einen Ratschlag geben möchten, damit sie oder er aus ihren bzw. seinen Fehlern lernen kann. Wenn Sie sich dabei empathisch verhalten, um Verständnis für die Situation der bzw. des Kritisierten aufzubringen und sich in einer entspannten Umgebung aufhalten, haben Sie die besten Chancen, dass Ihre Kritik gut aufgenommen wird.
  3. Seien Sie fair und respektvoll! Neben Empathie und richtigen Umgebungskonditionen hilft Ihnen Fairness in Bezug auf die Gesprächsanteile. Das bedeutet, dass sie z. B. Ihr Gegenüber ausreden lassen. Neben Fairness zeigen Sie ihrem Gegenüber damit auch Ihren Respekt.
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