Was passiert nach der Abgabe der Masterarbeit?

Druck, Bewertung und Benotung der Masterarbeit – Erfahrungen unserer Expertin.

Die Abgabe der Masterarbeit

Wenn das eigentliche Schreiben und die zeitaufwendige Endkontrolle der Masterarbeit beendet wurden, steht die Abgabe der Masterarbeit an. Bevor die Arbeit eingereicht wird, sollte erwogen werden, Rücksprache mit der Betreuerin oder dem Betreuer der Abschlussarbeit zu halten. Die Betreuungsperson sollte mit dem Text in der vorliegenden Form einverstanden sein – durch das Einholen des Einverständnisses reduzieren Studierende die Gefahr einer suboptimalen Benotung der Arbeit.

Um den Druck der Arbeit und auch die Erstellung der möglicherweise geforderten digitalen Version der Masterarbeit sollten sich Studierende frühzeitig kümmern, um Versäumnisse in Bezug auf die zeitlichen Fristen zu vermeiden.

Die Masterarbeit wird dann beim Prüfungsamt der jeweiligen Fakultät abgegeben. Je nach Universität bzw. Fachhochschule, an der studiert wird, müssen eine bestimmte Anzahl gedruckter Exemplare und/oder eine digitale Fassung der Masterarbeit eingereicht werden. Sowohl im Falle von gedruckten als auch im Falle von digitalen Abgabeexemplaren gibt es einige Regeln zu beachten, auf die nachfolgend kurz eingegangen wird.

  • Masterarbeit – gedrucktes Exemplar: Bei Druckexemplaren muss beispielsweise darauf geachtet werden, dass das Papier säurefrei sowie holzfrei ist und einen festen Einband hat. Hier geht es vor allem um Gewährleistung der Alterungsbeständigkeit der Arbeiten.
  • Masterarbeit – digitale Fassung: Auch bei einer elektronischen Version der Masterarbeit werden häufig Vorgaben definiert. Beispielsweise kann eine digitale Fassung auf einem bestimmten Speichermedium eingereicht werden müssen (z. B. CD, DVD, USB-Stick), zudem bestehen häufig Regeln im Hinblick auf zulässige Dateiformate (z. B. PDF ohne Schreibschutz).

Das Drucken der fertigen Masterarbeit

In den meisten Fällen müssen (zumindest auch) gedruckte Exemplare der Masterarbeit eingereicht werden. Für den Druck der Arbeit sollte auf eine Buchbinderei oder zumindest einen Copyshop zurückgegriffen werden. Anstatt also selbst mühsam eigens ausgedruckte Blätter zusammenzuheften, sollte ein professioneller Druck in Anspruch genommen werden. Es ist zu erwägen, den Text bereits zu Hause zu drucken und in der Buchbinderei bzw. dem Copyshop nur binden zu lassen. Alternativ kann das Komplettpaket aus Druck und Bindung beauftragt werden.

Für den Gang in eine Druckerei oder einen Copyshop sollte ausnahmslos auf PDF-Dateien zurückgegriffen werden. Nur in PDFs ist sichergestellt, dass in Bezug auf Formatierung und resultierende formelle Struktur keine unerwünschten Änderungen auftreten.

Wenn das Ausdrucken der Seiten der Masterarbeit ebenfalls vor Ort erfolgen soll, so sollte vorab feststehen, ob keine der Seiten, einige Seiten oder alle Seiten in Farbe gedruckt werden müssen. Wenn nur ausgewählte Seiten der Druckdatei den kostenintensiveren Farbdruck aufweisen sollen, so müssen diese nach dem Druck an der richtigen Stelle einsortiert werden – bei jedem gedruckten Exemplar. In der Nähe vieler Hochschulen sind oftmals gleich mehrere Druckdienstleister angesiedelt, die auf Abschlussarbeiten spezialisiert sind – ein kurzer Anruf und eine Nachfrage, worauf geachtet werden sollte, ermöglichen auf viele Fragen, etwa auch die der Einsortierung von einzelnen Farbseiten in umfangreiche Dokumente, schnelle Antworten.

Welche Arbeitsschritte stehen nach einer Korrektur noch an?

Nach der Abgabe der Masterarbeit an der Universität bzw. Fachhochschule erfolgt die Benotung. Meist bewerten zwei Gutachterinnen bzw. Gutachter die Masterarbeit, von denen einer die Betreuerin bzw. der Betreuer ist. Das Lesen und auch die Notenfindung erfolgen dabei individuell; eine weitere, gemeinsame Teilnote ergibt sich aus der auf die Bewertung des schriftlichen Teils folgenden Verteidigung der Masterarbeit.

Hinweis

Im Falle eines Nichtbestehens kann es im schlimmsten Falle unabdingbar sein, eine weitere, komplett neue Masterarbeit zu schreiben – oder es kann sogar zum vorzeitigen, nicht erfolgreichen Ende des Studiums kommen. Dies ist jedoch sehr selten; eine bereits offiziell eingereichte Masterarbeit wird bis auf Ausnahmen nicht abgelehnt, sondern allenfalls nicht optimal bewertet.

Diese Verteidigung ist der nächste notwendige Schritt, der auf die Abgabe und Benotung der Masterarbeit folgt. Jedoch steht die Verteidigung nur dann an, wenn die Bewertung der Masterarbeit ausreichend ist, wenn also die bzw. der Studierende nicht durchgefallen ist. Die Anforderungen und Spezifika in Bezug auf die Verteidigung müssen bei der Betreuungsperson der Masterarbeit erfragt werden, sofern diese nicht schriftlich in den Richtlinien der Universität bzw. Fachhochschule oder der jeweiligen Fakultät geregelt sind. So sollte vor Beginn der Vorbereitung der Verteidigung bekannt sein, wie lang die Präsentation minimal sein soll und maximal sein darf, welche Inhalte vorgestellt werden sollen und worauf inhaltlich besonderer Wert gelegt werden sollte sowie welche Technik vor Ort für die Präsentation zur Verfügung stehen wird. Zudem kann nach typischen Fehlern gefragt werden, um diese selbst vermeiden zu können.

Nach der Verteidigung

Nach der Verteidigung wird die Gesamtnote für die Masterarbeit verkündet. Diese Note, die im Rahmen des Verfahrens insgesamt erzielt wurde, wird darauffolgend durch das Prüfungsamt mit den anderen erreichten Leistungen im Studium verrechnet und es ergibt sich eine Abschlussnote für das gesamte Studium, wobei alle im gesamten Studienverlauf erzielten Noten in einer Gewichtung entsprechend den ihnen zugeordneten ECTS-Punkten Berücksichtigung finden.

Leere nach Abgabe der Masterarbeit

Während des Schreibens der Masterarbeit erscheint nichts schöner, als einen freien Abend mit Freunden zu verbringen oder ganz einfach das ganze Wochenende über den eigenen Lieblingshobbys nachzugehen. Wie schön wäre es, viel Zeit für Sport, zum Kochen oder für sonstige favorisierte Aktivitäten zu haben, so die Vorstellung zahlreicher Studierender während des Schreibens der Masterarbeit. Aber wenn die Einreichung dann tatsächlich erfolgt ist, verändert sich die Gemütslage und keine der herbeigesehnten Aktivitäten erscheint mehr erstrebenswert. Doch warum ist das so?

Viele Studierende reagieren emotional anders auf die Abgabe ihrer Abschlussarbeit, als sie es sich während der Bearbeitungszeit vorgestellt hatten. So machen sich anstelle von Erleichterung und Glücksgefühlen oft Leere und das Gefühl, komplett ausgebrannt zu sein, breit. Dabei handelt es sich um ein ganz normales Tief, das mit dem (abrupten) Ende einer anstrengenden Lebensphase einhergeht. Je aufwendiger, langwieriger und fordernder der Schreibprozess aus individueller Sicht war, umso stärker ausgeprägt ist nach der Einreichung der Arbeit mit hoher Wahrscheinlichkeit die Empfindung einer gewissen Leere.

Hinweis

Sofern länger als zwei Monate nach Abgabe der Masterarbeit noch die beschriebenen Probleme mit Antriebslosigkeit, Leere und Burnout-ähnlichen Symptomen bestehen, so sollte professionelle Hilfe gesucht; mindestens aber mit Familie und Freunden über die eigene Lage gesprochen werden.

Die Antriebslosigkeit kann so weit gehen, dass soziale Kontakte und Hobbys vernachlässigt werden – möglicherweise sogar noch stärker, als dies zeitbedingt während der Schreibphase der Fall gewesen ist. Der Grund hierfür ist, dass im Vergleich zu den Pflichtaufgaben, die im Rahmen des Verfassens der Masterarbeit zwingend erfüllt werden mussten, und zwar oft noch zusätzlich unter einem gewissen zeitlichen Druck, jegliche folgenden Tätigkeiten trivial und allenfalls wie eine weitere Last erscheinen, deren Inangriffnahme zu anstrengend erscheint.

In der Folge ist es möglich, dass eine Art Rückzug und Isolierung erfolgen, die sich in allen Lebensbereichen bemerkbar machen können. Vergleichbar ist diese Gefühlslage mit einem Burnout. Hinzukommen kann ergänzend eine gewisse Unsicherheit in Bezug auf Wünsche und Pläne für eigene Zukunft – einhergehend mit Sorge um Arbeitslosigkeit oder der Sorge, potenziellen beruflichen Ansprüchen nicht genügen zu können. Durch diese Gedanken können die beschriebenen Symptome noch verstärkt werden.

Aber keine Sorge: Diese Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen sind normal und zunächst einmal nicht überaus bedenklich. Denn meist lösen sich diese vermeintlich schwerwiegenden Probleme innerhalb weniger Wochen von selbst. In dieser Zeit wurde neue Kraft getankt, es wurde sich auf neue, andere Aufgaben besonnen und das Hören auf sich selbst sowie das Beachten der eigenen Bedürfnisse und Wünsche werden wieder wichtiger. Es erfolgt eine Umgewöhnung, wieder hin zu dem Leben, das vor dem Schreiben der Masterarbeit alltäglich gewesen ist. Normale Tätigkeiten wie das Treffen von Freunden, das Ausführen von Lieblingstätigkeiten und Sportprogrammen rücken wieder stärker in den Vordergrund und werden wieder ein selbstverständlicher Teil des Alltags. Dadurch, dass diese Aufgaben und Tätigkeiten wieder mit Ruhe und langsam zurückkehrender Freude ausgeführt werden können, verschwinden auch die Antriebslosigkeit und Leere, sodass sich in der Folge die gesamte unschöne Situation auflöst. Wie bereits erwähnt wurde, dauert es in den meisten Fällen einige Wochen, bis dieser Zustand eintritt.

Karriereplanung nach Abschluss des Masterstudiums

Nach der erfolgreichen Verteidigung der Masterarbeit wird – üblicherweise im Rahmen einer feierlichen Graduierungsveranstaltung der Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs – die Masterurkunde überreicht. Findet keine entsprechende Feierlichkeit statt, erfolgt die Zustellung der Urkunde bzw. des Zeugnisses beispielsweise postalisch. Spätestens jetzt, je nach Zeitpunkt der Graduierungsfeier ggf. aber auch bereits (relativ lange) vorher, ist ein Antrag auf Exmatrikulation zu stellen. Damit wird das Studium offiziell beendet und dann ist es für die meisten Studierenden Zeit, dem Studierendenleben den Rücken zu kehren und neuen Herausforderungen entgegenzutreten.

Aber der erfolgreich erworbene Masterabschluss muss nicht zwingend das Ende der akademischen Laufbahn bedeuten. Neben dem Schreiben einer Doktorarbeit kommt auch eine berufliche Anstellung im akademischen Bereich infrage. Beispiele hierfür sind die Tätigkeiten als Dozentin bzw. Dozent oder als wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw. wissenschaftlicher Mitarbeiter. Zudem ist eine Karriere im Bereich der Forschung denkbar, wobei diese ebenfalls im akademischen Bereich angesiedelt sein kann.

Dementgegen kann mit einem Masterabschluss natürlich auch eine Karriere in der freien Wirtschaft angestrebt werden. Dies ist zum einen als Berufsanfängerin bzw. Berufsanfänger, umso mehr zum anderen aber mit Vorerfahrung in relevanten Tätigkeitsfeldern oder mit einem Netzwerk potenzieller hilfreicher Kontakte aussichtsreich.

Das Wichtigste nach der Abgabe der Masterarbeit in Kürze

Die folgenden Verfahrensschritte, Aktivitäten und Überlegungen spielen nach der Abgabe der Masterarbeit eine Rolle:

Übersicht
  • Benotung der Masterarbeit
    Notenfindung individuell, im Regelfall Bewertung durch zwei Begutachtende
  • Wiederaufnahme sozialer und sonstiger Aktivitäten
    Rückkehr in die individuelle Lebenssituation vor dem Schreibprozess
  • Antrag auf Exmatrikulation
    Beenden des Studiums nach erfolgreicher Fertigstellung der Masterarbeit
  • Jobsuche und Karriereplanung
    Auseinandersetzung mit beruflichen Zielen und Wünschen für die Karriere
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